Deutscher Gewerkschaftsbund

30.11.2015

Internationaler Aktionstag Nein zu Gewalt an Frauen

Bericht zu den Aktionen aus der DGB-Region Ostbrandenburg

Flagge zeigen und damit ein sichtbares Zeichen setzen!

Am Mittwoch, dem 25.11.2015, fand der Aktionstag „NEIN zu Gewalt an Frauen“, zu dem die Menschenrechtsorganisation Terres des femmes alljährlich aufruft, statt. Neben vielen anderen Gewerkschaftseinrichtungen, Stadtverwaltungen, Organisationen und Institutionen weltweit, beteiligte sich auch die DGB-Region Ostbrandenburg erneut und hisste vor dem Gewerkschaftshaus in Eberswalde in Anwesenheit von Gewerkschaftsmitgliedern, Betriebsräten und Vertretern der Kreisverwaltung Barnim sowie der Stadtverwaltung Eberswalde die Flagge "frei leben - ohne Gewalt". Regionsgeschäftsführer Frank Techen begrüßte die Teilnehmerinnen und wies darauf hin, dass die Bekämpfung struktureller Gewalt gegen Frauen und Mädchen in allen Bereichen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei und am heutigen Tag an vielen Orten dieser Tag gemeinsam von Gewerkschaften, Stadtverwaltungen, Institutionen und Organisationen begangen wird. So auch in Eberswalde, wo der DGB erstmalig zusammen mit dem Barnimer Netzwerk gegen Gewalt an Frauen gemeinsame Aktionen organisiert hat. Er freue sich, auf diese diversen Aktionen hinweisen zu können - so gäbe es im Anschluss an die Fahnenhissung vor dem Gewerkschaftshaus einen gemeinsamen Gang zum Kreishaus Barnim, in dessen Foyer eine weitere Flagge gehängt wird und eine Ausstellung, die Rollenbilder in der Werbung zum Thema hat, und mit der ebenfalls auf das Motto des Aktionstages hingewiesen wird, eröffnet wird. Danach seien alle Interessierten eingeladen, zu einer Lesung mit der linguistischen Feminstin Luise F. Pusch im Rahmen des Aktionstages in das Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio in Eberswalde - auch bei diesem Veranstaltungsteil liegt der Fokus auf Sprachverwendung als Form von Gewalt gegen Frauen und vor allem deren Bekämpfung.

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Fahne Gewerkschaftshaus Ewalde

Barbara Bunge spricht

Zum diesjährigen Schwerpunkt des Aktionstages - dem Stopp von Frühehen, von denen weltweit jährlich immerhin 14,2 Millionen Mädchen und damit täglich 39.000 Mädchen betroffen sind, darunter viele Zwangseheschließungen, auch in der Bundesrepublik - erklärt er in seinem Statement, weshalb sich die Gewerkschaften dieses Themas annehmen: " Gewerkschaften agieren nicht nur mit Blick auf Betriebe. Als DGB stehen wir für Freiheit, Soziale Gerechtigkeit, Solidarität! Und ein selbstbestimmtes Leben eines jeden Menschen, der Schutz vor Gewalt, egal in welcher Form, steht selbstverständlich für die Gewerkschaften ganz oben auf deren Agenda. Zunächst gibt es diesen humanitären Grundgedanken im Selbstverständnis der Gewerkschaften – ohne Wenn und Aber. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Themen, für die wir stehen, die im Zusammenhang mit Zwangsehen für die betroffenen Frauen und Mädchen verheerende Folgen haben: Schulabbrüche, finanzielle Abhängigkeiten, Ausbeutung, Armut und mangelnde Bildung gehören leider nicht der Vergangenheit an, um sie als Ursachen auszuschließen. Diese Ursachen – und das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – gehören bekämpft! Hier sind die Gewerkschaften als wichtiger gesellschaftlicher Akteur, als Wirtschafts- und Sozialpartner, gefordert; hier beteiligen sie sich gemeinsam mit vielen örtlichen und überregionalen Organisationen." Techen zitierte in seiner Rede nter anderem auch die Bundesfrauenvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Kollegin Dagmar Hölzl, die eine grundsätzlich gesicherte Gleichstellung von Frauen und Männern als unabdingbar für eine erfolgreiche Integration von Zuwandern hält, sowie die für Frauenpolitikbeauftragte im GdP-Bundesvorstand, Elke Gündner-Ede, die ergänzte, dass (...) institutionelle Initiativen benötigt (seien), um die Zwangsehe nachhaltig zu verfolgen. Dazu gehört der Ausbau von Zufluchtsstätten, Weiterbildungsmaßnahmen für polizeiliche Einsatzsachbearbeiter, sowie für Sozialarbeiter und die Förderung weiterführender wissenschaftlicher Studien.

Auch die IG Metall, eine weitere Mitgliedsgewerkschaft des DGB, beteiligte sich an der Fahnenaktion und verwies dabei neben dem Schwerpunktthema dieses Jahres auf Gewalt im Arbeitsleben, die in allen Ländern und Kulturkreisen in Unternehmen auftritt. Sexuelle Belästigung und Übergriffe, gewalttätige Formen der Arbeitsausbeutung bis zum Anketten von zumeist Frauen in Textilbetrieben, um die Durchsetzung von Grundstandards wie Pausenzeiten zu verhindern und andere menschenrechtsverletzende, unmenschliche Arbeitsbedingungen, unter denen zuerst Frauen und Mädchen zu leiden hätten. Darüber berichteten Gewerkschafterinnen u.a. aus Pakistan auf der IG-Metall-Frauenkonferenz (https://frauen.dgb.de/themen/++co++525b940a-57a7-11e5-b307-52540023ef1a)

Der Kampf gegen Gewalt gegenüber Mädchen und Frauen sei eben keine nationale Angelegenheit, ergänzte Frank Techen, was auch dieser Aktionstag, der ja nicht nur in Deutschland, sondern international begangenen wird, zeige. Umso wichtiger sei es, gemeinsam Flagge zu zeigen - so viel und so weit wie möglich, um in das gesellschaftliche Bewußtsein zu rücken: Gewalt wird nicht toleriert!

 

Schwedt Fahnenaktion

Auch im uckermärkischen Schwedt an der Oder versammelten sich an diesem Tage etwa 50 Frauen und Männer, um ein klares Zeichen dafür zu setzen, dass wir in einer gewaltfreien Gesellschaft leben wollen. Die TeilnehmerInnen sprachen sich ganz klar darüber aus, dass Gewalt gegen Jeden und Jede verurteilt wird, besonders gegen Frau. Gemeinsam mit dem Bürgermeister der Stadt, Jürgen Polzehl, wurde vor dem Rathaus dafür die Flagge „frei leben ohne Gewalt“ gehisst. Anschließend fuhren die Teinehmer und Teilnehmerinnen durch die Stadt und brachten in öffentlichen Einrichtungen von Schwedt Aufkleber mit dem Hinweis „Fluchtweg für Sie! Frauenhaus Schwedt“ an. Alle Busse im Stadt- sowie Gelegenheitsverkehr wurden ebenfalls mit den Aufklebern versehen. Den Abschluss der Aktion bildete ein Informations- und Austauschgespräch mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Andrea Schelhas und der Leiterin des Frauenhaues im Beratungszentrum, Sabine Wilke. Ziel der Aktion war, mehr Frauen Mut zu machen, sich gegen häusliche Gewalt zu wehren und die Hilfsangebote  massiv in den öffentlichen Raum zu stellen.

FAhne Foyer Kreishaus

Die Aktionsflagge wurde auch im Kreishaus Eberswalde gehängt; darunter ein Teil der an diesem Tag eröffneten Ausstellung "Rollenbilder in der Werbung". Zur Vernissage sprachen die Beauftragte für Migration, Integration und Gleichstellung des Landkreises Barnim, Marieta Böttger sowie die Sozialdezernentin im Landkreis, Silvia Ulomska.


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