Deutscher Gewerkschaftsbund

09.11.2016

9. November: Eberswalde gedenkt der Opfer der Pogromnacht

Am 9. November 1938 wurde die Eberswalder Synagoge während der Pogromnacht zerstört. Zum Gedenken an die Opfer dieses menschenverachtenden Aktes sowie des Holocausts rufen die Stadt Eberswalde und der Ökumenische Arbeitskreis zu einer gemeinsamen Gedenkveranstaltung am Mittwoch, 9. November, um 18 Uhr am Gedenkort „Wachsen mit Erinnerung“ in der Eberswalder Goethestraße, am Standort der ehemaligen Synagoge, auf. Von der Stadtverwaltung wird Baudezernentin Anne Fellner vor Ort zu den Teilnehmern sprechen.

An der Gedenkveranstaltung beteiligt sich traditionell auch der DGB-Kreisverband Barnim in Eberswalde: „Angesichts der gegenwärtigen Situation in Deutschland, wo geflüchtete Menschen Schutz und Zukunftsperspektiven in unserem Land suchen, teilweise aber mit fremdenfeindlichen und rassistischen Parolen und Protesten konfrontiert werden, ist es unsere Pflicht, an das Geschehene zu erinnern und es nicht erneut zuzulassen, dass Menschen verfolgt, verjagt und misshandelt werden“, sagt Ralf Kaiser, Vorsitzender des DGB-Kreisverbands Barnim, in Erinnerung an das Geschehen vor nunmehr 78 Jahren.

Begleitet wird die Gedenkveranstaltung durch das Ensemble „Shoshana“. Gemeinsam mit der Violinistin Svitlana Yudelevych gibt das Ensemble anschließend ab 19 Uhr ein Konzert in der Bethelkapelle der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde in der Goethestraße.

 

Ein historisches Bild zeigt die brennende Synagoge am 16. August 1931 als ein Blitzschlag die Synagoge in Brand setzte. Herbeieilende Nachbarn halfen beim Löschen. Am 9. November 1938 zerstörten Eberswalder Bürger die Synagoge. Schon am Tag darauf verpflichtete die Stadtverwaltung die jüdische Gemeinde dazu den sofortigen Abriss der Ruine zu veranlassen und zu bezahlen.

Synagoge Eberswalde 16.08.1931


„Märkischer Stadt- und Landbote” vom 7.März 1932:

“ ... Am 16.August 1931 schlug der Blitz in die Kuppel der 1891 errichteten Synagoge, ... das Innere des Gotteshauses wurde total verwüstet. Die Wiederherstellung hat Monate gedauert und an die Opferwilligkeit der kleinen Gemeinde besondere Anforderungen gestellt. Was aber nunmehr dem Auge sich bietet, ist Ausgezeichnetes und tief Befriedigendes. ... Eine ansehnliche Festveranstaltung vereinigte sich am gestrigen Sonntag zur Weihe des wiederhergestellten Gotteshauses. Und es ist ein schönes Zeichen der religiösen Duldsamkeit, daß alle Landeskonfessionen an diesem Jubeltag teilnahmen. ... Mit dem Minchah-Gebet, der Segenserflehung für die Gemeinde, Stadt und Vaterland und Gemeindegesang fand die erhebende und eindrucksvolle Weihestunde ihr Ende. ”

„Märkischer Stadt- und Landbote” vom 10.11.1938:

"Eberswalder Synagoge in Flammen
Eberswalde, 10.November. - Heute früh gegen 6.30 Uhr meldeten die Sirenen Großfeueralarm. Die in der Bismarckstraße gelegene Synagoge der jüdischen Gemeinde war in Brand geraten. Bald schlugen die Flammen durch das Dach des Gebäudes. Die drei großen mit Zink gedeckten Kuppeln schmolzen und das Gebälk stürzte funkenstiebend zu Boden. Die gesamte Eberswalder Feuerlöschpolizei ging mit fünf Zügen und zahlreichen Rohrleitungen an die Bekämpfung des Brandes heran. Der Dachstuhl der Synagoge und die gesamte Inneneinrichtung fielen den Flammen zum Opfer."

http://www.xn--jdische-gemeinden-22b.de/index.php/gemeinden/e-g/528-eberswalde-brandenburg
Bildquelle: www.knitz.net


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