Deutscher Gewerkschaftsbund

08.12.2015

Gedenkveranstaltung für Amadeu Antonio

DGB-Kreisverband beteiligte sich mit Kranzniederlegung

blumengebinde

DGB Ostbrandenburg

Unter dem Motto „Wir sind hier, Bruder Amadeu“ hatte die Barnimer Kampagne "Light me Amadeu" zu einer Gedenkveranstaltung für den 6. Dezember in die Eberswalder Straße 26 eingeladen - dort, wo Amadeu Antonio vor 25 Jahren im November 1990 von Rechtsextremen überfallen, getreten und brutal zusammengeschlagen wurde. An diesen Verletzungen starb Amadeu Antonio am 06. Dezember 1990. Das Geschehene ist weit über die Eberswalder Stadtgrenzen bekannt. In jedem Jahr gibt es seitdem an dieser Stelle eine Gedenkveranstaltung für den jungen Angolaner. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, Vertreter und Vertreterinnen der Kommunalpolitik und der Stadt- und Kreisverwaltungen nahmen auch diesmal wieder daran teil.

blumen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund, Kreisverband Barnim war mit seinem Vorsitzenden Ralf Kaiser vertreten, und legte ein Blumengebinde nieder. "Ich sehe es als unsere Pflicht als GewerkschafterInnen an, dieses Tages zu gedenken. Was sich vor 25 Jahren hier in Eberswalde ereignet hat, darf nie wieder geschehen! Weder in Eberswalde, noch irgendwo in Deutschland! Gerade jetzt, wo tausende flüchtende Menschen Schutz bei uns suchen, müssen wir alles dafür tun, diese Menschen vor Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zu schützen!", sagte Ralf Kaiser.

Auf der Gedenkveranstaltung sprach der Eberswalder Bürgermeister, Friedhelm Boginski sowie Austen P. Brandt, Vorsitzender von Phoenix e.V., Duisburg. Marieta Böttger, Beauftragte für Gleichstellung, Migration und Integration des Landkreises Barnim und Augusto Jone Munjunga, Vorsitzender des Afrikanischen Kulturvereins Palanca e.V. (https://palanca.com) und seit 1987 in Eberswalde, trugen jeweils auf Deutsch und Portugiesisch das Gedicht  „Wir sind hier, Bruder Amadeu“ vor, welches Freunde und Angehörige von Amadeu Antonio kurz nach seinem Tod verfassten - auch das Rezitieren dieses Gedichts ist mittlerweile Tradition auf der Gedenkveranstaltung.

Moderiert wurde die Veranstaltung von zwei jungen Frauen (beide 21) aus Bernau: Baran Dincer, die als aus einer kurdischen Flüchtlingsfamilie stammt und in ihrer frühen Kindheit nach Deutschland kam und Nhung Pham aus Vietnam. Musikalisch umrahmte es der  Afrikanische Kulturverein Palanca e.V.. Der Verein lud im Anschluss die Anwesenden zu Kaffee und Begegnung in ihr Haus ein.

 

gedenktafel amadeu antonio

Erster Amadeu Antonio-Preis vergeben

Die Gedenkveranstaltung anlässlich des 25. Todestages von Amadeu Antonio war eine von mehreren Veranstaltungen in Erinnerung an ihn, die im November und Dezember in Eberswalde stattfanden. Hervorzuheben ist die Verleihung des Amadeu Antonio-Preises für kreatives Engagement für Menschenrechte – gegen Rassismus und Diskrimierung, den die Stadt Eberswalde gemeinsam mit der gleichnamigen Stiftung erstmalig am 4. Dezember 2015 im Eberswalder Bürgerbildungszentrum verliehen hat. Die acht Jurymitglieder, zu denen auch der Eberswalder Bürgermeister Friedhelm Boginski zählt, mussten sich unter 284 Bewerbungen aus ganz Deutschland entscheiden.

Der mit 3000 Euro dotierte Preis soll fortan alle zwei Jahre ausgeschrieben werden und richtet sich an Künstlerinnen, Künstler und Projekte, die sich gezielt mit kreativen Mitteln mit den Themen Rassismus, Menschenrechten, Flucht und Migration auseinandersetzen. Er ging in diesem Jahr an die "Bühne für Menschenrechte" - ein Projekt, bei dem Schauspielerinnen und Schauspieler mit Flüchtlingen deren Lebensgeschichten auf der Bühne nacherzählen. Die "Asylmonologe" und das Nachfolgeprojekt "Asyldialoge" wurden bisher schon über 350 Mal in 200 Städten aufgeführt und werden 2016 auch in Eberswalde zu Gast sein.

Zwei weitere Preise gingen an die "Antilopen Gang", zum Beispiel für ihren Rap-Song „Beate Zschäpe hört U2“ und das "Zentrum für Politische Schönheit" - einem Zusammenschluss von Aktionskünstlern, die sich öffentlichkeitswirksam für Menschenrechte und gegen abschottende europäische Flüchtlingspolitik einsetzen.

 

Den vorläufigen Abschluss der Gedenkwochen bildet am 10. Dezember - dem Tag der Menschenrechte - eine Lesung mit dem kongolesischen Autor Emmanuel Mbolela über seine Flucht nach und sein Exil in Europa. Beginn ist 19.30 Uhr im Bürgerbildungszentrum Amadeu Antonio in Eberswalde.


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