Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 002/11 - 27.10.2011
Eberswalde / Frankfurt (Oder)

Familienpflegezeitgesetz

DGB-Projektleiter vom Gesetz enttäuscht. Es birgt aber auch Chancen

Der Bundestag hat am 20.10.2011 das umstrittene Gesetz zur Familienpflegezeit beschlossen. Beschäftigte, die einen Angehörigen pflegen, können damit künftig ihre Arbeitszeit für bis zu zwei Jahre um maximal 50 Prozent reduzieren. Sie können, aber der Arbeitgeber muss es auch wollen, denn ein klarer Rechtsanspruch besteht dafür nicht!

„Eine Kann- Regelung ist nicht akzeptabel, wenn es um eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflege naher Angehöriger geht!“, so  Ralf Kaiser von der DGB Region Ostbrandenburg und Leiter des Sozialpartnerprojektes „Pflege ist Maßarbeit – Wege zu einer familienbewussten Personalpolitik“ zum beschlossenen Familienpflegezeitgesetz.

„Es sollte um eine sinnvolle gesetzliche Regelung von Familienpflegezeiten gehen. Kein Rechtsanspruch- keine Lösung!“ äußert sich Kaiser enttäuscht weiter.
Aber: Das Gesetz eröffnet auch Chancen, betriebliche Interessensvertreter/Innen beiderseits zu sensibilisieren und zur betrieblichen Umsetzung einer Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zu motivieren.

Brandenburgs Minister für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie, Günter Baaske, brachte es auf den Punkt: Er verwies zu diesem Thema in der Sendung RBB- Aktuell am 20.10.2011 auf die brandenburgische INNOPUNKT- Initiative, in dessen Rahmen auch das Sozialpartnerprojekt „Pflege ist Maßarbeit“ unterwegs ist. Beruf, Familie, Pflegen - Neue Vereinbarkeitslösungen für Brandenburg lautet das Motto dieser Initiative. Das bedeutet: Modellhaft agieren, Betriebe sensibilisieren und Lösungsansätze implementieren.

Betriebliche Vereinbarungen sollen genau diese Gesetzeslücken schließen - individuell und praktikabel, vor allem betrieblich anwendbar und nachhaltig.
„Das Projektteam von 'Pflege ist Maßarbeit' steht bereit, diese Herausforderungen anzunehmen und die regionalen, betrieblichen Interessensvertreter/Innen zu beraten und bei Umsetzung einer besseren Vereinbarung von Erwerbsarbeit und Angehörigenpflege bestmöglich zu unterstützen!“ erklärte Kaiser.


Nach oben
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis