Deutscher Gewerkschaftsbund

26.10.2016

Festveranstaltung 25 Jahre DGB Ostbrandenburg in Eberswalde

Vor 25 Jahren wurde in Eberswalde das erste Büro des Deutschen Gewerkschaftsbundes in der Region eröffnet. Auf einer feierlichen Jubiläumsveranstaltung erinnerte die DGB-Region Ostbrandenburg am 29.09.2016 an den Beginn ihrer Arbeit, zog Bilanz und richtete den Blick auf die zukünftigen Herausforderungen in der Region.

In seinem Grußwort erinnerte Christian Hoßbach, stellv. Vorsitzender des DGB Bezirk Berlin-Brandenburg, an den schwierigen Neustart der Gewerkschaften nach der Wende. Die De-Industrialisierung habe die Region hart getroffen, der gesellschaftliche Umbruch war gravierend. Massenarbeitslosigkeit und Niedriglöhne kennzeichneten diese Zeit. Die Gewerkschaften hätten diesen schwierigen Strukturwandel mitbegleitet.Das Tariflohnniveau läge heute bei 97 Prozent im Vergleich zum Westen, doch davon profitierten natürlich nur die Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben. Die Brandenburger Politik habe inzwischen begriffen, dass die Profilierung als Niedriglohnland ein Fehler war, so der Redner. Der Mindestlohn habe eine Grenze nach unten gezogen. Die Tarifbindung wieder zu steigern sei jetzt das zentrale Thema der Gewerkschaften, auch mit Unterstützung der Politik.

 

 

Die weiteren Redner Frank Techen, Regionsgeschäftsführer des DGB Ostbrandenburg, Olaf Himmel als ehemaliger Regionsvorsitzender(1995-2014) sowie Jacqueline Vegelahn und Andrea Teich vom DGB Rechtsschutz, erinnerten in ihren Rückblicken an historische Meilensteine der gewerkschaftlichen Arbeit: An erste Kontakte zwischen FDGB und DGB; an eine anfänglich traumhafte Organisationsquote von 50 Prozent. Aber auch an westdeutsche ‚Glücksritter‘, die erste Betriebe plünderten; an die enorme Inanspruchnahme des DGB Rechtsschutzes durch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Region auf Grund der drohenden Massenentlassungen. Letztlich auch daran, dass Gewerkschaften die De-Industrialisierung und Massenarbeitslosigkeit auf dem Gebiet der ehemaligen DDR nicht verhindern konnten - enttäuschte Erwartungen, die zwischen 1991 und 1994  zum Austritt von 1,6 Millionen Gewerkschaftsmitgliedern führte.

Gerade deshalb ist zu betonen, wie positiv sich die Arbeit des DGB in der Region entwickelt hat. Vom ehemaligen DGB-Kreis Eberswalde hin zur Region Uckermark/Barnim und ab 2005 zur DGB-Region Ostbrandenburg. Erinnert sei an die vielen Montagsdemos zur Zeit der hohen Arbeitslosenzahlen, an die gute Präsenz auf den vielen „Brandenburg-Tagen“, an die „Mindestlohn-Touren“ und nicht zuletzt an die wichtige Mitarbeit im „Internationalen Gewerkschaftsrat Viadrina“.

An das bisher Geleistete möchte ab 1. Oktober 2016 Sebastian Walter als neuer Regionsgeschäftsführer anknüpfen. Er stellte sich den anwesenden Gästen vor und zeichnete ein Bild von der Ausrichtung der zukünftigen Arbeit des DGB mit seinen Einzelgewerkschaften in der Region:„Wir müssen aus den bloßen Abwehrkämpfen gegen Werksschließungen oder Arbeitsplatzabbau heraus kommen und deutlich stärker politisch selbstbewusst Position beziehen. Es geht darum Vorschläge zu unterbreiten, wie unsere Region sich insgesamt entwickeln kann, um ein gutes Leben für alle hier zu ermöglichen. Unsere Antwort auf die Spaltung dieser Gesellschaft und auf das Ausspielen der Schwachen gegen die Schwächsten kann nur mehr Solidarität lauten: “Der DGB wird hier stärker als bisher seine Vorschläge und Konzepte gemeinsam mit Bündnispartnern deutlich machen“. Er schloss seine Rede mit dem Versprechen, dass sich die Gewerkschaften nicht aus der Fläche zurückziehen werden.


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