Deutscher Gewerkschaftsbund

17.01.2018
Neue Beratungsstelle für Gute Arbeit in Ostbrandenburg

Fachstelle Migration und Gute Arbeit Brandenburg jetzt mit Beratungsbüro in Frankfurt

Schutz vor Arbeitsausbeutung von ausländischen Beschäftigten: Mit der neuen Fachstelle „Migration und Gute Arbeit“ in Frankfurt (Oder) baut der Deutsche Gewerkschaftsbund sein Beratungsangebot in Brandenburg weiter aus. Im Büro im DGB-Haus (Tradecenter) am Zehmeplatz 11 bieten die Mitarbeiterinnen der Fachstelle donnerstags von 10.00 bis 14.00 Uhr die arbeitsrechtliche Beratung auf Deutsch, Polnisch, Arabisch, Französisch, Englisch und Russisch an.

 

Eröffnung Fachstelle Migration und Gute Arbeit Brandenburg beim DGB Ostbrandenburg in Frankfurt (Oder)

Die vier Beraterinnen v.l.n.r.: Anja Smasal, Joanna Hubert, Magdalena Stawiana und Mouna Maaroufi. Sie immer donnerstags von 10-14 Uhr Beratung zu arbeitsrechtlichen Fragen in sechs Sprachen an. Hinten links: Philipp Schwertmann, Fachbereichsleiter „Migration und Gute Arbeit“ bei Arbeit und Leben e.V. © Foto: MOZ/Frauke Adesiyan

Die Fachstelle wird von der Weiterbildungseinrichtung ARBEIT UND LEBEN Berlin-Brandenburg, die gemeinsam vom DGB und den Volkshochschulen getragen wird, betrieben. Sie informiert in Ostbrandenburg Migrantinnen und Migranten über arbeitsrechtliche Fragen wie zum Beispiel Lohn, Arbeitszeiten, Überstunden und Urlaub, sowie über sozialrechtliche Fragen wie etwa Kranken- und Pflegeversicherung. So soll verhindert werden, dass Zuwanderer und insbesondere Geflüchtete als „billige Arbeitskräfte“, die ihre Rechte nicht kennen, ausgebeutet werden.

Sebastian Walter, Regionsgeschäftsführer des DGB Ostbrandenburg: „Der DGB hat mit seinen Beratungsstellen schon lange die Erfahrung gemacht, dass es in Brandenburg großen Bedarf an muttersprachlicher Beratung in arbeitsrechtlichen Fragen gibt. Viele polnische Grenzgänger, aber auch rumänische und bulgarische Menschen arbeiten in der Landwirtschaft, der Fleischverarbeitung, auf dem Bau und werden oft zu nicht akzeptablen Bedingungen beschäftigt. Sie dürfen kein Freiwild auf dem Arbeitsmarkt sein.“

Philipp Schwertmann, Fachbereichsleiter „Migration und Gute Arbeit“ bei Arbeit und Leben e.V.: „Es ist uns wichtig deutlich zu machen, dass die deutschen Arbeitsrechte für alle gelten, egal woher die Kolleginnen und Kollegen kommen und welchen Status sie hier haben. Um deren Handlungsfähigkeit zu stärken, bieten wir auch präventive Schulungen insbesondere für Geflüchtete an, die über Arbeitsrechte informieren und über Möglichkeiten, sich vor Arbeitsausbeutung zu schützen.“

Die Fachstelle ist landesweit auch mobil unterwegs, um zum Beispiel Saisonarbeiter auf den Feldern und Geflüchtete in den Unterkünften beraten zu können. Darüber hinaus wird sie staatlichen Stellen, die mit Arbeitsausbeutung und Menschenhandel in Berührung kommen können (wie Polizei, Finanzkontrolle Schwarzarbeit, Ausländerbehörden usw.), als Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen.

 

Eröffnung der Fachstelle für Migration und Gute Arbeit

Sebastian Walter, DGB-Regionsgeschäftsführer in Ostbrandenburg (Mitte rechts) und Philipp Schwertmann von Arbeit & Leben, freuen sich mit den Beraterinnen Mouna Maaroufi, Magdalena Stawiana und Joanna Hubert (v.l.n.r.) über das gemeinsam auf die Beine gestellte Beratungsangebot in Frankfurt. © Arbeit & Leben e.V.


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