Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 019/2017 - 12.12.2017
Ausbildungsreport der DGB Jugend Berlin-Brandenburg erschienen:

DGB Ostbrandenburg kritisiert Mangel an Ausbildungsplätzen in der Region

Der DGB Ostbrandenburg kritisiert den gravierenden Mangel an Ausbildungsplätzen in der Region Ostbrandenburg. Die Unternehmen der Region schaffen es nicht annährend, für alle Bewerberinnen und Bewerber einen betrieblichen Ausbildungsplatz anzubieten. In der Uckermark kommen auf eine Bewerberin oder einen Bewerber statistisch nur 0,5 Ausbildungsplätze und auch in Oder-Spree sind es nur 0,9 Stellen (Barnim: 0,72; MOL: 0,83; Frankfurt (Oder) 0,9), während in Potsdam oder in der Prignitz beispielsweise 1,52 beziehungsweise 1,45 Ausbildungsplätze für jede Bewerberin und jeden Bewerber zur Verfügung stehen. Als ausgeglichener Ausbildungsmarkt gilt nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts ein statistisches Verhältnis von 112,5 Ausbildungsplätzen pro 100 Ausbildungsbewerberinnen und -bewerbern.

Dazu erklärt der DGB-Regionsgeschäftsführer Sebastian Walter: „Diese Zahlen sind für uns alarmierend. Sie belegen das genaue Gegenteil von dem, was landauf und landab über junge Menschen und den vermeintlichen „Azubi-Mangel“ berichtet wird. Richtig ist, dass in Brandenburg nicht einmal 14 Prozent der Betriebe ausbilden. Es stellt sich die Frage, ob der Fachkräftemangel also tatsächlich so stark sein kann, wie von den Unternehmen immer gern behauptet wird.“

Unbesetzte Ausbildungsstellen sind insbesondere in Bereichen zu finden, die immer wieder wegen schlechter Arbeits- und Ausbildungsbedingungen von den Gewerkschaften kritisiert werden. Auch der kürzlich veröffentlichte Ausbildungsreport 2017 der DGB Jugend Berlin-Brandenburg machte deutlich, dass über 20 Prozent der Auszubildenden nicht mit ihrer Ausbildung zufrieden sind.

„Ich halte es für einen Skandal, dass über 60 Prozent der Azubis ausbildungsfremde Tätigkeiten ausführen müssen und jeder vierte Azubi regelmäßig Überstunden leisten muss. Das große Engagement der Mehrheit der Ausbildungsbetriebe verdient Anerkennung, doch bei der Ausbildungsqualität muss dringend nachgebessert werden. Zumindest die rechtlichen Rahmenbedingungen müssen endlich eingehalten werden. Nur so können wir die Attraktivität der dualen Ausbildung erhöhen, so Walter weiter.

Der DGB Ostbrandenburg fordert eine ehrliche Debatte über den aktuellen Ausbildungsmarkt und gemeinsame Anstrengungen der Politik und der Sozialpartner für gute Ausbildungsplätze. „Wenn wir der Region Ostbrandenburg eine Zukunft geben wollen, dann kann das nur gemeinsam gelingen. Die betriebliche Ausbildung ist ein wichtiges Fundament für die weitere Entwicklung der Region und kann junge Menschen gerade im Osten Brandenburgs halten. Dafür brauchen wir für jeden Bewerber und jede Bewerberin mindestens einen passenden Ausbildungsplatz hier vor Ort“ so Walter abschließend.

Übersicht Ausbildungsplätze Brandenburg und Berlin

©DGB Jugend

Verhältnis Ausbildungsplätzen/BewerberInnen in Brandenburg nach Landkreisen

(Beispiel Barnim: ein/e Bewerber/in auf 0,72 Ausbildungsplätze)

Anzahl der Bewerber im Verhältnis zu den Ausbildungsplätzen in Brandenburg nach Landkreisen

©DGB Jugend


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